Gemeindesaal Arlesheim

Die Aufnahme des Ballonfahrers Eduard Spelterini von 1890 zeigt: In Arlesheim haben die Bauten Satteldächer und stehen parallel oder im rechten Winkel zum Dom. Noch heute prägt die einst feinmaschige Parzellenstruktur der früheren Felder die Stadt. Das Gebäude Pfeffingerhof sowie die Bauten entlang Stollenrain, Hirslandweg und Brachmattstrasse richten sich unabhängig von den teils diagonal verlaufenden Strassen an dem Raster aus.
 

Der Neubau des Gemeindesaals ist für Arlesheim von zentraler Bedeutung. Pfeffingerhof, Gemeindesaal und Wohngebäude bilden eine Abfolge von Solitären, die über gemeinsam genutzte öffentliche Freiflächen miteinander verbunden sind und eine Erweiterung des Dorfkerns bilden. Die Neubauten folgen in Ihrer Dachausrichtung dem allgemein vorherrschenden Raster, werden aber durch die Strassen im Norden und Süden angeschnitten. Ein weiterer Trennschnitt definiert den besonderen Baukörper des Gemeindesaals und den Wohnungsbau. Durch die strassenbegleitende Bebauung nach Norden und Süden werden die Strassenräume gefasst. Im Osten bildet die Giebelfassade des Wohngebäudes eine Platzkante und wird zum Auftakt des Ensembles.

Die Gebäude sind so gesetzt, dass entlang des Stollenrains die charakteristischen Grünraumtaschen in einer Abfolge von Freiräumen weitergeführt werden. Der chaussierte Vorplatz mit bestehender imposanter Platane führt zum Haupteingang des Gemeindesaals. Vom mittleren Grünraum profitiert das Wohngebäude mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss. Der östliche Platz ist Aussensitzplatz eines möglichen Cafés mit Rundumblick und vielen Sonnenstunden. Der Pfeffingerhof wird zur grünen Oase mit Kirschbäumen und dient als Aufenthalts- und Rückzugsort für die Mitarbeiter. Die ortstypischen strassenbegleitenden hochstämmigen Bäume und Mauern werden thematisch entlang dem Stollenrain aufgenommen und verankern die Bauten in der Umgebung. Jene Mauern leiten zum Saaleingang und in den Innenhof und bilden hier eine leicht erhöhte Bühne mit Pausenaufenthaltsort für die Saalbesucher.

Die Lageplanfigur kommt der Anordnung der Funktionen im Inneren zu Gute. Der Saal liegt als Fünfeck im Zentrum und richtet sich mit grossen Öffnungen zum Stollenrain sowie über das Foyer zum Innenhof aus. Er ist flexibel bestuhlbar und durch seine Grundform akustisch einfach zu bespielen. Das zum Platz hin verglaste Foyer kann durch die direkte Anbindung zur Küche auch im Barbetrieb genutzt werden. Die Empore im Obergeschoss bietet sich für die Begrüssungsrede des Gemeindepräsidenten an.

Offener Wettbewerb 2018
Neubau Gemeindesaal mit Mantelnutzung in Arlesheim BL, Schweiz
3. Rundgang

 

mit Atelier Scherer Zürich, Timbatec Holzbauingenieure Zürich, Kristina Noger-Bäurle Landschaftsarchitektin Luzern, Thomas Graf, Andreas Odermatt HSLU Acoustics Luzern, prompt Collective, Barcelona