Freestylehalle Werdhölzli Zürich
Re-use Instandsetzung

Der Swiss Overshoot Day 2025, der Tag, an dem die Schweiz alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat, die die Erde in einem Jahr regenerieren kann, war bereits während der Bearbeitung dieses Projekts am 7. Mai. Lassen Sie uns darum das Zirkuläre Bauen und das Wiederverwenden vorhandener Bauteile (Re-use) ernst nehmen. Kingpin heisst die zentrale Schraube in den Trucks, sie ist das Element am Skateboard, das alles zusammenhält.
Das Projekt Kingpin schlägt ein System vor, das in jeder Planungsphase auf den Zustand vorhandener Ressourcen, die Verfügbarkeit externer Re-use Materialien und bauphysikalische Erkenntnisse reagieren kann. Die Wiederverwendung aller bestehenden Komponenten wie Fassadenpaneele, Fenster, Türen, Rolltor, Storen ist angestrebt.
System Fassade
Die Gestaltung der Fassade ermöglicht ein Re-use der bestehenden Komponenten im gesamten Planungsprozess. Alle geplanten Öffnungen sind so bemessen wie die bestehenden, so dass auch die vorhandenen Fenster eingebaut werden könnten.
Die bestehenden Fassadenelemente wurden vermessen, digitalisiert und katalogisiert. Alle Paneele werden übernommen, nur wenige werden vor Ort geschnitten. Aussenliegend wird eine neue Dämmung aufgebracht, mit Windpapier und Unterkonstruktion für eine Re-use Fassadenbekleidung. Hier kann fast jedes Material genutzt werden (Platten, Holzlatten oder ein perforiertes Material mit bis zu 50% Öffnungsanteil und mit bis zu 50mm Fugen). Falls im Verlauf des Planungsprozess kein passendes Material gefunden wird, kommen SCOBALIT PET-Platten zum Einsatz aus 100% recycelten PET-Flaschen. Der bestehende umlaufende Sockel wird im Bereich der heutigen Fenster mit Mauersteinen ergänzt.
Weiterbauen
Am Gesamtsystem des Stahlbaus sind keine Anpassungen notwendig. Die schlanke Stahlstruktur des Zwischendecks besteht aus Primär- und Sekundärträger, welche die Lasten gezielt abtragen und die flexible, offene Raumgestaltung der Streetzone erhalten. Eine robuste Brettsperrholzplatte (CLT) dient sowohl als aussteifendes Element, zur Lastverteilung und als Fahrbelag in der Trainingszone. Brüstungselemente aus Holz geben an mehreren Stellen den Blick nach unten frei und bieten glatte Wände für den Trainingsbetrieb. Die bestehenden Stahlstützen werden reversibel ergänzt, die Fundamente durch Mikropfähle verstärkt. Die gewählte Bauweise und Materialien lassen sich nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft einfach demontieren und wiederverwenden. Das Tragsystem ist ressourceneffizient und garantiert eine effiziente, resiliente, einfach reparierbare und langlebige Konstruktion.
Das Projekt Kingpin wurde am Arbeitsmodell 1:50 entwickelt. Erfahrungsgemäss hilft das analoge Modell auch bei der Kommunikation mit allen beteiligten Stellen und bei der Gestaltung der zukünftigen Skate- und Streetzone mit den Nutzern.
Projekt
Instandsetzung Freestylehalle Werdhölzli Zürich, 2025
Bauherrschaft
Planerwahl, Stadt Zürich
Standort
Werdhölzli, Zürich
Projektbeteiligte
Weyell Berner Architekten GmbH
LMP Lüchinger Meyer Partner AG
JL Baumanagement GmbH
Ruckstuhl Elektro AG
Limmat Gebäudetechnik AG
