MFH Talstrasse Wetzikon

Projektleitung

Die Talstrasse ist geprägt durch ein Ensemble von Baumeisterhäusern des 19. Jahrhunderts. Spürbar die Schönheit des Handwerks: Fischgrätparkett, Ornamente in Form von Glasverätzungen, Rolladenblenden aus verzierten Metallblechen, Terracotta Fliessen oder Terrazzo. Die Grundrisse sind flexibel nutzbar, alle Zimmer sind gleich gross.

 

Es schmerzt der Verlust des bestehenden Baumeisterhauses, ein historischer Zeitzeuge und Teil des Ensembles. Wie kann man der Talstrasse einen neuen Baukörper hinzufügen, welche Form hat er, um trotz grösserem Volumen nicht zu dominieren? Wie platziert man den neuen Baukörper im Dreieck von S-Bahn, Talstrasse und Usterstrasse?

 

Der sechseckige Grundriss ermöglicht Ausblicke in die Zwischenräume - nie wird ein Nachbargebäude frontal angesehen - und schafft Raum für je zwei Wohnungen pro Etage. Um den zentralen Sanitär- und Küchenkern sind die Räume frei angeordnet. Über raumhohe französische Fenster besteht der direkte Bezug zum Garten mit ehrwürdig altem Nussbaum oder zur Stadt. Die sechs Fassaden haben je eine eigene Form. Wie bei den Baumeisterhäusern sind auch die Seitenfassaden sorgfältig gestaltet, sie prägen das Bild der Strasse ebenso wie die Strassenfassaden. Jeder Fassade ist ein Gartenbereich zugeordnet, der durch hohe Gräser vom nächsten getrennt ist.

 

Materialisierung

Die Fassaden sind mit vertikalem Besenstrich und kleiner Körnung verputzt, die Farben sind inspiriert vom nahe gelegenen Pfäffikersee: Seeschlamm grüne Fassade, hellgrauer Sockel, Gräser farbene Staketengeländer, alle Einschnitte sind Birkenweiss. Die Wohnungen sind mit Parkett belegt, die Bäder gefliesst. Das Treppenhaus besteht aus vorgefertigten sichtbaren Beton-Treppenläufen, belegt mit weissen Kunststeinplatten. Das Staketengeländer hat einen Handlauf aus geölter Eiche.

 

Projekt

Talstrasse Wetzikon 2012-14, Miriam Weyell für Hürsch Architekten

Standort

Wetzikon, Schweiz